Bindung ist ein Grundbedürfnis ein Leben lang
So kann man die Erläuterungen des Referenten Herrn Dr. Karl-Heinz Brisch zusammen fassen, der vor 130 meist weiblichen Zuhörern in Böfingen zur Bedeutung einer sicheren Eltern-Kind-Bindung sprach. Dr. Brisch, der als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychatrie Oberarzt an der Kinderklinik in München ist, erläuterte anhand vieler Beispiele die Voraussetzungen, die nötig sind, damit Kinder eine sichere Bindung aufbauen können. Das beginnt schon beim Umgang mit dem Säaugling, bei dem Betreuungspersonen durch Körper- und Blickkontakt, durch Sprechen mit dem Kind und durch Feinfühligkeit in Bezug auf die kindlichen Bedürfnisse eine sichere Beziehung aufbauen. Wenn ein Kind schreit, weil es z.B. Angst hat, ist es natürlich besonders wichtig adäquat zu reagieren, denn einerseits wird durch die Beruhigung der Stress für das Kind reduziert und andererseits lernt das Kind über die Bezugsperson nach und nach seine Gefühle selbst zu regulieren.
Diese Erkenntnisse sind natürlich auch wichtig, wenn es um die Konzeption von außerhäusiger Kinderbetreuung geht. Eine gute Aus- und Fortbildung der ErzieherInnen und die notwendigen Rahmenbedingungen, was den Personalschlüssel, aber auch Eingewöhnungszeiten, Rituale und Abläufe betrifft, sind die Grundlage, damit die Kinder sich gut entwickeln können.
Das Wissen um sichere Bindung ist auch für Lehrkräfte nützlich, denn auch in der Schule gilt, dass ein Gefühl der Sicherheit entstehen muss, damit Kinder die Umwelt gut erkunden können also aufnahmefähig genug sind, um lernen zu können.
Durch Forschungen weiß man, dass sicher gebundene Kinder lebenslang selbstsicherer, belastbarer, und sozial kompetenter sind und sowie leichter lernen.
Um diese Informationen an Eltern weiterzugeben, hat Dr. Brisch das Trainingsprogramm „Sichere Ausbildung für Eltern“ Safe entwickelt. In Ulm soll ein Safekurs,der sich gezielt an Eltern wendet, die ein Kind erwarten, im Frühjahr 2014 starten. Weitere Informationen und die Anmeldung zu dem Kurs bei Barbara Münch (barbaramuench@yahoo.de) und bei der Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen und Familienplanung Zurück